"Projekt Latène"

Das Projekt “Latène” zeigt Darstellungen der jüngeren Eisenzeit in Mitteleuropa. Die Mitglieder des Projekt beschäftigen sich schon seit einigen Jahren mit der Darstellung der Eisenzeit und präsentieren ihre Darstellung, sowie Rekonstruktionen auf Museumsfesten oder archäologischen Veranstaltungen in Europa.

Die Interessengemeinschaft verfolgt das Anliegen, die Sachkultur des ersten Abschnitts dieser Epoche, der sogenannten Stufe Latène A (475 - 370 v.chr), möglichst detailliert mithilfe archäologischer Funde und wissenschaftlicher Veröffentlichungen zu rekonstruieren. Durch eine Vielzahl von Funden aus dem Saar- Lor- Lux Raum und den angrenzenden Gebieten ist es möglich, ein facettenreiches Bild der keltischen Kultur und speziell der indigenen Bevölkerung dieser Zeit zu entwerfen. Ziel der Projektgruppe ist es daher, anhand von wissenschaftlichen Forschungsergebnissen diese Zeitstellung mit besonderem Schwerpunkt auf regionalen Funden in Form einer lebendigen aber dennoch wissenschaftlichen Interpretation keltischen Lebens darzustellen. Dies beinhaltet die theoretische Beschäftigung mit Fachliteratur zu diesem Themengebiet sowie die anschließende Rekonstruktion bzw. Beschaffung der Gegenstände nach Maßgabe der vorliegenden Funde. Im Rahmen von archäologischen Veranstaltungen oder auf Museumsfesten gewährt die Gruppe durch die Präsentation der Realien, z.B. durch Vorführung der damaligen Mode und Bewaffnung, Einblicke in das keltische Leben vor 2500 Jahren.

Bei unseren Darstellungen arbeiten wir enger mit folgenden Gruppen zusammen:


Frankreich:

Nach gemeinsamen Veranstaltungen seit 2002 entstand mit der frz. Gruppe Les Leukis aus einer Zusammenarbeit eine grenzüberschreitende Freundschaft. Seit Dezember 2013 sidn wir Mitglied der Vereinigung "Tribe OF LEUKÄI" der frz. Gruppe Les Leukis. Die Zusammenarbeit der beiden Gruppen soll dadurch intensiviert werden. In Zukunft werden wir verstärkt, soweit möglich, die Leukis unterstützen und in Frankreich mit ihnen an Veranstaltungen teilnehmen.

http://leuki.fr/

Österreich:
http://www.gentes-danubii.at/ 
und 
http://www.alauni.at/

Deutschland:
http://www.hassiaceltica.de/

Latènezeit

Im 5. Jahrhundert vor Christus kam es in Süd- und Westdeutschland zu weitreichenden Veränderungen. Die Fürstensitze der älteren Eisenzeit verschwanden und die sogenannte Latènezeit, benannt nach einem Fundort in der heutigen Schweiz, trat als Epoche der jüngeren Eisenzeit in Erscheinung. Die Grab- und Siedlungsfunde dieser Zeitstufe zeigen neue Formen und Verzierungen. Blüten- und Rankenmuster, Fabelwesen und Maskendarstellungen kennzeichnen die Kunst der Frühlatènekultur.
Nun berichten auch erstmals römische und griechische Autoren von den Trägern der Latènekultur, die uns heute besser bekannt sind als Kelten oder Gallier. Neue Handelswege ermöglichten einen intensiveren Warenaustausch, der schon in der  älteren Eisenzeit, der sogenannten Hallstattzeit, festzustellen ist.
Es blieb jedoch nicht bei diesem rein friedlichen Austausch. Bereits im 4. Jh. drangen keltische Gruppen in Norditalien ein und verdrängten die dortige Bevölkerung aus ihren Siedlungsgebieten. Es kam dadurch zu neuen Kontakten und keltischen Siedlungsgründungen, wie z.B. Mediolanum, das heutige Mailand. Diese Siedlungswellen gelangten über Griechenland und den Balkan bis in die heutige Türkei.
Ab dem 3. Jahrhundert wandelte sich auch der Grabritus. Brandgräber lösten die Körperbestattungen mit teilweise monumentalen Grabhügeln ab. Auch die Beigaben der Gräber zeigen einen neuen, augenscheinlich schlichteren Stil. Keltische Söldner waren im gesamten Mittelmeerraum beliebt. Zeugnis darüber legen Münzen griechischer oder makedonischer Herkunft ab, die nun auch in Mittel- und Westeuropa auftauchten und auch nachgeahmt wurden. Die
verstärkte römische Expansion ab dem 2. Jahrhundert vor Christus drängte die Kelten immer mehr aus dem mediterranen Raum zurück. Der gallischen Krieg 58 bis 51/50 vor Christus läutete das Ende der Latènekultur in Europa ein. Die folgende Romanisierung machte aus den früheren Feinden der Römer gallorömische Bürger des Imperium Romanum.